Wo steht die BRD beim Breitbandausbau?

Es wird viel über den Breitbandausbau und schnelles Internet geredet. Aber wie steht Deutschland eigentlich im internationalen Vergleich da?

WiSoTEL Breitbandausbau

Breitbandausbau in Deutschland

Wenn es um das Internet geht, ist Deutschland das meist vernetzte Land Europas und weltweit unter den Top 5. So sieht es zumindest Internetminister Alexander Dobrindt, der sich auf eine Studie der GfK bezieht. Diese Studie wertet aber nur aus, wie intensiv bestimmte Geräte genutzt werden, die mit dem Internet verbunden sind. Insgesamt wurden dafür elf Systeme (Smartphones, Tablets, Notebooks, Computer, Wearables, Smart-TVs, digitales TV, Konsolen für Videospiele, e-Reader, Connected Car und Smart Home) ausgewertet. Mit dieser Studie lässt sich also nur zeigen, dass die Deutschen im Vergleich zu Menschen aus anderen Nationen besagte Geräte besonders intensiv nutzen. Über die Qualität des Netzes und den Stand des Breitbandausbaus gibt diese Studie aber keine Auskunft.

Wenn wir die Frage nach dem Stand des Breitbandausbaus beantworten wollen, müssen wir natürlich zunächst klären, was Breitbandinternet überhaupt ist. Letztlich fallen sogar Anschlüsse mit einem Megabit pro Sekunde unter Breitband, zumindest wenn der Begriff sehr weit gefasst wird. Mittlerweile beginnen die Dimensionen für schnelles Internet aber eher bei 25 Megabit pro Sekunde. Ohne jeden Zweifel fallen Anschlüsse mit 50 und 100 Megabit pro Sekunde unter den Begriff Breitband.

Für die Zukunft des Breitbandnetzes sind Glasfaserkabel unerlässlich. Das liegt daran, dass die Datenmenge im Internet exponentiell wächst. Die Gründe dafür sind vielfältig. Mit Smart Home und Smart-TV werden beispielsweise Geräte vernetzt, die vor ein paar Jahren noch analog waren. Auch durch Videoportale wie YouTube wächst die Datenmenge immer weiter. Nur Glasfaser kann ein Gigabitnetz, also ein Netz mit Übertragungsraten von einem Gigabit pro Sekunde und mehr, stemmen. Trotz der Vectoring-Technologie sind dem Kupferkabel nämlich Grenzen gesetzt. Nur Glasfaser ermöglicht sehr hohe Download- und Uploadmöglichkeiten und kurze Verzögerungszeiten. Das ist beispielsweise in der Industrie bei einer Maschine, die über das Internet gesteuert wird, sehr wichtig. Verzögerungen können hier katastrophal sein. Aber auch private Nutzer brauchen für die Internetnutzung eine immer größer werdende Bandbreite. Das liegt beispielsweise an der parallelen Nutzung des Internets in der privaten Nutzung und einer immer besseren Auflösung bei Streamingdiensten und anderen Videoanbietern. Trotzdem wird an der Kupfertechnologie festgehalten. Die Telekom argumentiert hier mit der Wirtschaftlichkeit der Kupfertechnologie.

Breitbandausbau in Europa

Das Festhalten an der Kupfertechnologie spiegelt sich auch beim Breitbandausbau mit Glasfaser wider. Hier liegt Deutschland in Europa nur auf dem vorletzten Platz. Diesen Platz hat Deutschland auch erst in diesem Jahr erreicht. Davor tauchte es nicht mal im Ranking auf. In dieses Ranking kommen nämlich nur Länder, in denen mindestens 1 Prozent der Haushalte Glasfaser nutzt. In Deutschland liegt die Quote derzeit bei etwas über einem Prozent. Konkret bedeutet es, dass von zwei Millionen anschlussfähigen Haushalten nur ca. 390.000 mit Glasfaser ins Netz gehen. Mit 13 Prozent liegt überraschenderweise sogar ein Land wie Kasachstan vor Deutschland. Europäischer Spitzenreiter ist Litauen. Hier ist die Glasfasertechnologie in ca. 37 Prozent der Haushalte verbreitet. Global ist Südkorea mit über 70 Prozent der Spitzenreiter.

Neben dem Netzausbau sollten aber vielleicht noch andere Zahlen zurate gezogen werden. Der „Networked Readiness Index“ bewertet die Netzwerkfähigkeit von 143 Volkswirtschaften. Hier spielen Faktoren wie der Internetzugang an Schulen und die Nutzung des Internets durch den Staat eine Rolle. Global betrachtet liegt Deutschland hier auf Platz 13. Andere europäische Länder wie Norwegen und Schweden liegen in dem Ranking weiter vorne. Auch die Ergebnisse im sogenannten DESI-Index der EU deuten darauf hin, dass diese Länder eine digitale Vorreiterrolle einnehmen.

Chance Breitbandausbau

Deutschland ist eine führende Industrienation. Damit das so bleibt, sind weitere Investitionen in die digitale Zukunft notwendig. Mit dem Ausbau unseres WiSoTEL Glasfasernetzes wollen wir dazu einen wichtigen Beitrag leisten.